dolle sache :-)

dolle sache :-)

Samstag, 24. August 2013

freitagspost 54

warum ich gerade heute an die alte geschichte denke, weiß ich jetze ooch nich so richtig…

aber nu isses eben passiert.
anfang diesen jahrtausends hüppte der eismann noch als „stagehand“ (manche verwenden auch den begriff „roadie“) auf den bühnen dieser welt herum und baute die bühnen, licht- und tonanlagen der stars mit auf und wieder ab. da waren viele größen der rock- und popgeschichte dabei. es reichte von den rolling stones, über depeche mode bis hin zu den großen sommer open airs mit zahlreichen bands an drei abenden hintereinander, die ich gar nicht mehr alle aufzählen kann.

dabei erlebt man einige interessante geschichten, die ein abendfüllendes programm ergeben würden.
manche größen konnte man dabei hautnah erleben, bei manchen durfte man als gemeiner bühnenarbeiter nicht mal die show ansehen (stones, depeche mode z.b.)
in jedem falle ist es auch eine sehr anstrengende tätigkeit, weil auch alles immer schnell gehen muss, da die licht und tontechnik oftmals am nächsten abend schon wieder in einer anderen stadt stehen muss.
steht die bühne (die stellen meist gelernte gerüstbauer auf) rollen die trucks an (bei den stones z.b. 65 riesen lkw’s) die sind voller rollkisten. kisten über kisten. war man bei den kisten eingeteilt – musste man den ganzen tag diese hin und her rollern. für jede kiste gab es eine ganz genaue stelle wo diese zu stehen hat, bis diese ausgepackt war. dann kam sie ins zwischenlager. nach der show musste die kiste wieder an die gleiche stelle zum einpacken und dann in den richtigen lkw. bei den großen shows gibt es zwei bis drei kistenmanager die den absoluten überblick haben wo welche kiste hin muss. und das sind tausende.

ein sehr unbeliebter job war auch wenn man bei den kabeln eingeteilt wurde. den lieben langen tag kabel ziehen aus hunderten geöffneten kisten. und die kabel sind extrem schwer.
auch hier gab es natürlich einen kabelhauptverantwortlichen.

das geht dann weiter mit scheinwerfern, lautsprecherboxen, videowänden usw. usw.
so eine große produktion ist durchorganisiert bis ins letzte detail.

viel lieber waren mir kleinere produktionen, wo man alles mitmachen konnte.
was mir aber heute eingefallen ist und was ich eigentlich erzählen wollte ist, dass ich bei einem open air mal die kistenrumrollkarte gezogen hatte und stundenlang kisten durch die gegend rollerte. die sind zum teil echt groß und schwer. hat man die einmal in in bewegung gebracht, musste man ziemlich zeitig wieder anfangen mit abbremsen um diese wieder zum stehen zu bringen.

jedenfalls hatte der eismann, der damals noch gar keiner war, wieder eine sehr große kiste abgefasst und hatte diese auch gut im rollen, als plötzlich eine junge zarte blonde frau den weg der kiste kreuzte. mein letzter gedanke war „ach du scheiße, die ist gleich platt“. denn nie und nimmer hätte ich die kiste zum stehen gebracht. die junge zarte blonde frau erstarrte beim anblick des auf sie zurollenden ungeheuers. mit einer verzweiflungstat bin ich neben die kiste gesprungen und hab diese umgekippt. begünstigt wurde diese aktion durch die große höhe der kiste und dem daraus resultierenden hohen kipppunkt selbiger. na da war was los kann ich euch sagen. ein riesiges geschrei auf einmal. die nach mir kommenden kistenrumrollerer versuchten verzweifelt ihre kisten zu stehen zu bekommen, dem kistenmanager sind alle papiere runtergeflogen und die junge zarte blonde frau schaute mich entsetzt und immer noch im weg rumstehend, an. der ganze kistenrumrollbetrieb kam zum erliegen. ich bekam einen mordsmäßigen anschiß vom kistenmanager auf englisch, den ich nicht verstand und die junge zarte blonde frau sah mich immer noch an.

dann passierte folgendes. die junge zarte blonde frau sagte in fast perfekten deutsch zu mir: „das tut mir sehr leid“ wandte sich zum rumbrüllenden kistemanager und brüllte den auf englisch irgend etwas zu, so dass dieser sich in zwei sekunden wieder beruhigte. die anderen jungs halfen mir die schwere kiste wieder auf die rollen zu stellen und der betrieb kam wieder ins rollen.

in der kiste war übrigens ein teil der videowand und der teil der videowand war dann auch kaputt. die „jungs“ sprachen später noch oft über diesen vorfall.

an jenem abend stand die junge zarte blonde frau dann auf der bühne und sang unter anderem folgendes lied: klick >> my favourite game
so wars.
nun aber ab ins wochenede. habt ein feines davon.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen