dolle sache :-)

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Sonntag, 6. Oktober 2013

freitagspost 60

unsere kleene diele folge 5434

heute: ach verdammt – ick hab ja ooch noch einen backshop
oder: die wahrheit über das fernbleiben der freitagstaube - gestern

unsere heimat ist schön, wie ich bei meinem gestrigen spontanen ausflug hätte feststellen können.
aber… so genau kann ich das jetzt nicht sagen… auf dem rückweg war es schon dunkel… und auf dem hinweg hatte mein braves volvopferdchen den 150er rundschlag drauf… was so ein schluck super doch für kräfte wecken kann… das sollte ich auch mal probieren…

grund des spontanen ausfluges war weder langeweile (ich weiß so schon nicht wie ich alles knuspereis zusammen bekommen soll für die nächste woche) noch war es ein plötzliches gefühl welches mir sagte: mensch in berlin warste ja auch lange nicht“.

der wahre grund war: „flucht nach vorn und vor allem – mut!“
denn meine backmädels meldeten einen defekten ofen. auch das wäre noch kein grund gewesen. aber der zufall wollte es, dass der techniker, der solche probleme eigentlich recht flott bewältigt, an der see auf dienstreise war. frühester „wasissnmitdemofen?termin“ - mittwoch. also wäre der laden über das wochenende zu geblieben, denn mit nur einem ofen ist das nicht mehr hinzubekommen.

neu kostet so ein ofen 3000,00. die hab ich gerade nicht zur hand, also internet – rumgucken – nächster bezahlbarer gebrauchter ofen – berlin. da noch fix angerufen – herr kala singh (slogan der website – „Sie möchten ein neues Restaurant eröffnen oder ein Laden einrichten? Bei uns sind Sie in jedem Fall genau richtig.“) versicherte mir – „isch haben fumfzehn stuck da und machen guten preis.“

also rauf aufs pferdchen – nächster halt 2 stunden später – mittlerweile später nachmittag – berlin neu kölln – industriegebiet – letzte halle.

mister kala singh hatte einen echt fetzigen roten turban auf und versicherte mir, nach kurzer freudiger begrüßung: „alle öfen gut, made in germany und alle gepruft.“ zumindest hoffte ich das aus dem redeschwall herauszuhören. mit gemischten gefühlen ging es in die halle. sie war riesig, es standen z.t. geräte herum, bei denen ich nicht weiß, wofür die gut sind und aus welchem jahrhundert die stammen, es war top dreckig und die „fumfzehn öfen“ waren von verschimmelt bis unbrauchbar und mit sicherheit nicht „gepruft“. einen einzigen ofen gab es, der, mit etwas fantasie, an unseren ofen erinnerte.

mein verstand sagte – nix wie raus hier und schnell weg. mein herz sagte – gib dem ofen eine chance. als herr kala singh auf der suche nach einer stromzufuhr unterwegs war, denn bei dem traurigen anblick des ofens wollte ich mich irgendwie nicht auf das gesprochene wort verlassen, flüsterte der ofen mir zu: „bitte hol mich hier raus“.

der „geprufte“ ofen, nachdem er mit strom versorgt war, hatte schon mal eine defekte innenbeleuchtung, dass war auch besser so, denn man konnte dadurch

nicht das wahre ausmaß der verschmutzung des innenraumes erkennen. erahnen konnte man es wohl. aber der ofen lief los und heizte ordentlich.

ich war hin- und hergerissen, wusste ich doch (nach den erfahrungen mit meiner eismaschine), was sich nach einer reinigung für schätze unter einer schmutzschicht verbergen können. auf der anderen seite konnte die „beschwadung“ (zerstäuben von wassertropfen – sehr wichtig für gute brötchen) nicht probiert werden, da dafür ein festwasseranschluss nötig ist und das ganze hatte einen vertrauenswert vergleichbar mit den wahlkampfreden unserer politiker.

mutig wie ich bin, fragte ich nach seinem angekündigten guten preis.
den nannte er mir dann auch und es stellte sich heraus: der gute preis war erheblich weit von meiner vorstellung entfernt und dem, was ich bereit war, für dieses schmutzige etwas ohne licht und ohne prüfung des wassers zu geben.
nach einer weiteren geschlagenen stunde hatten sich seine und meine vorstellungen – sagen wir mal so – um einiges angenähert. es war immer noch eine ordentliche summe für das risiko, aber ich sagte okee.
meine frage nach einer quittung lächelte er weg, (mein steuerberater wird mich wieder prügeln.), der ofen kam ins auto und es ging heimwärts.

halb 8 abends, im backshop angekommen, begannen die reinigungsarbeiten unter einsatz der totalen chemiekeule. nach nur einer stunde konnte man feststellen: „ja – der sieht tatsächlich aus wie unserer“ also strom und wasser angeschlossen, glühlampen gewechselt und angeschaltet. mein neuer kumpel leuchtete und heizte wie wild. nach dem ersten testlauf wurde der zweite mit einem brötchen vollzogen. das sah nach fertigstellung schön braun und knusprig aus. leider war es zu knusprig und splitterte in 1000 teile beim drücktest. das hieß – die beschwadung funktionierte nicht.
ich will das jetzt nicht unnötig in die länge ziehen, nur kurz noch. ich hab den halben ofen zerlegt, mir von dem anderen kaputten ein paar teile geborgt und keine drei stunden später, halb 12 in der nacht, lief er so wie er sollte.

der laden hat heute morgen ganz normal aufgemacht und keiner der vielen brötchenkäufer hat etwas von der kleinen abenteuerreise und den mühen mitbekommen, die dafür nötig waren, dass es frische brötchen zum frühstück gibt.

habt ein schönes wochenende

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