dolle sache :-)

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Freitag, 17. Januar 2014

freitagspost 74

hallo henning,

menschen die den eismann schon ein bisschen kennen, wissen um dessen faible [zitat wikipedia: Der Ausdruck Faible (17. Jahrhundert; aus dem Französischen) ist ein Gallizismus und bezeichnet eine Neigung oder Vorliebe, die zur Schwäche wird. Er wird meist in der Form ein Faible für etwas haben gebraucht. Es entstand ursprünglich aus dem lateinischen flebilis (beweinenswert). Daraus wurde im Französischen durch Substantivierung faible (verwundbare Stelle).] für krimis. neben alan banks, erlendur, erik winter, john rebus ist der kurt, was der wallander ist, der spezielle liebling des eismannes.

auf nachfrage beim autor der wallander krimis, henning mankell, kam heraus, dass dieser den namen für seinen protagonisten beim blättern im telefonbuch gefunden hat.

der kurt jedenfalls hat es nun geschafft. sowohl in der literarischen, als auch filmischen umsetzung. des eismanns „liebling“ wandert fortan mit seinem treuen gefährten jussi am strand von ystad entlang. mal mit klaren gedanken, mal hinter dem grauen vorhang der fortschreiteden alzheimer erkrankung. das hatte sich der autor für seinen „helden“ ausgedacht. ein mensch mit vielen schwächen, die ihn prägten und warscheinlich auch deshalb so beliebt machten, bekommt ein ende mit einer „normalen volkskrankheit“.

es fiel schwer, krister henriksson (wallander darsteller) in den letzten drei folgen der fernsehserie dabei zu beobachten, wie er dagegen ankämpft, die kontrolle über sich abzugeben. es ist sensationell gespielt, sodass man sich nichts sehnlicher wünscht, als das kurt aus dem alptraum erwachen möge oder davon geheilt würde. der mann, der soviele übeltäter zur strecke gebracht hat ohne rücksicht zu nehmen auf sich und seine familie. der mann, der nach all der plage mit den unzulänglichkeiten der modernen gesellschaft, am ende da steht mit verfaulenden gehirn und der manchmal schon nicht mehr weiß, wie die schnürsenkel zusammengebunden werden.

und das ist es nicht nur allein. der autor lässt die „gesunden“ menschen um kurt herum auch noch gnadenlos auf ihn einhacken aufgrund der fehler, die ihm dank der fortschreiteten krankheit nun häufiger unterlaufen.

es ist ein bisschen so, als wollte henning mankell seinen protagonisten nun endgültig loswerden. er verschafft ihm zwar den erfolg des aufgeklärten falles, macht damit seinen helden aber auch nicht mehr glücklich.

der eismann hatte schon den stift in der hand, um dem henning einen brief zu schreiben. „unverschämtheit“ stand schon auf dem papier. dann aber fiel ihm der satz von henning mankell ein, der da sagte: was immer ich schreibe, die realität ist schlimmer.

natürlich steht es mir nicht zu, das ende zu kritisieren, auch wenn ich mir ein schöneres für kurt gewünscht hätte. vielmehr will ich mich damit „begnügen“, mich darüber zu freuen, dass ich soviele unterhaltsame und spannende stunden mit „meinem“ kurt hatte und dafür seinem geistigen vater danken. also henning, das ist schon okay so und wenn du doch noch einen raushauen willst – ich hätte da noch eine tote in der tiefkühltruhe….

habt ein schönes wochenende

klick >> titelsong wallander

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